Ensemble "Compas"
Compas ist der Name eines vierköpfigen Musikensembles, das sich zu Beginn des Jahres 2006, auf Initiative von Ralf Kleinemas zusammen fand, um ein Stück für das "blurred edges" Festival des "Verbandes für aktuelle Musik Hamburg" zu erarbeiten. Was das Ensemble von anderen Ensembles der neuen improvisierten Musik unterscheidet ist, dass es sich bewußt aus sehr unterschiedlichen Bereichen und Szenen zusammensetzt. Dabei geht es dem Ensemble um eine Verschränkung von Anteilen der bildenden Kunst mit denen der improvisierten Musik und um eine mögliche Korrespondenz von musikwissenschaftlichen Zusammenhängen mit aktuellen subkulturellen Strömungen; einem Zusammentreffen von Hoch und Subkultur. Dieses Interesse spiegelt sich exemplarisch in der Besetzung der beteiligten Musiker wieder. Es handelt sich grundsätzlich um ein offenes Ensemble, das bei seiner prozesshaften Arbeit darum bemüht ist soziale Spannungen wahrzunehmen und zu kommunizieren, um sie gegebenenfalls auch übergreifender thematisieren zu können. Dieser Ansatz drückt sich musikalisch zunächst in einem äußerst facettenreichen Umgang mit dem musikalischen Material aus.
Ralf Kleinemas: Konzeption / Schlagzeug
Helmuth Neumann: Trompeten
Torsten Nowicki: Blockflöte / Keyboard/ Klavier
Felix Schroeder: WASP / Basso elettrico
Text eines beteiligten Musikers:
Aus vier Richtungen kommen vier zur Musik. Durch ihre Biografie bringen sie unterschiedliche Physikalität mit
sich. Compas bringt diese vier nicht weiter fassbaren Eigenschaften zusammen. Das Projekt ist mehr Klang- als Strukturimprovisation. Das Konzept ist einfach, so einfach, dass es die
Möglichkeit der Reflektion bereits ausschließt. Wie das Konzept verinnerlicht und vergessen wird, produziert es auf der anderen Seite höchste spontane Konstruktivität, höchstes Bewusstsein im
Ausfüllen des Konzeptes. Compas spannt sich zwischen zwei Polen auf: höchste Einfachheit auf der einen und höchste Differenzierung auf der anderen Seite. Vorurteilsfreies Musizieren im
Gemeinsamen, höchst individuelles im Einzelnen. Die Schwankungen der Balance der Persönlichkeiten erzeugt eine Dynamik, die möglichst frei schwingen soll.